Hamelner Tafel e. V. (2021)

Tafel1Jedes Jahr landen in Deutschland 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Viele davon haben lediglich ihr Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten oder sind wegen reiner Schönheitsmängel nicht mehr in den Supermärkten verkäuflich. Wir sind anspruchsvolle Kunden.

Doch unter uns gibt es Menschen, die sich aufgrund ihrer finanziell angespannten Situation freuen, zusätzlich zu ihrer vom Staat finanzierten Grundversorgung (z.B. "Hartz IV", Grundsicherung im Alter) etwas zu Essen zu bekommen. Pro Tag kommen etwa 60 bis 70 von ihnen zur Hamelner Tafel und werden gegen einen kleinen Obolus mit Lebensmitteln versorgt, die ca. 50 Zulieferer aus der Umgebung (z.B. Supermärkte, Bäcker) gespendet haben (Idee "Lebensmittel retten – Menschen helfen"). Damit versorgt die Tafel in Hameln schätzungsweise an die 4.000 Menschen, wenn man bedenkt, dass an den Einzelpersonen ganze Familien hängen. Auf diese Weise kann ein kleiner Teil der sonst weggeworfenen Lebensmittel noch zu dem Zweck verwendet werden, zu dem er eigentlich dienlich ist: zum Verspeisen und nicht als Tierfutter oder Material für die Müllverbrennungsanlage.

Tafel2aBis es so weit ist, steht allerdings noch Einiges an Arbeit an. Wir, der PoWi-Grundkurs des 12. Jahrgangs, durften am 21. Juni 2021 im Rahmen unseres Semesterthemas "Soziale Marktwirtschaft zwischen Anspruch und Wirklichkeit" unter Leitung eines Mitglieds des Vorstands der Hamelner Tafel, Herrn Wagner, einen kleinen Einblick in die Arbeit der über 60.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafeln in Deutschland erhalten. Nachdem die Waren aus verschiedensten Supermärkten in der Umgebung zusammengetragen wurden, werden sie begutachtet. Ungenießbares wird aussortiert. Sodann werden Kundenkisten zusammengestellt, welche an vier Tagen der Woche an die Kundschaft der Hamelner Tafel ausgegeben werden. Bezahlt werden für diese Arbeit die wenigsten. Die meisten arbeiten ehrenamtlich. Trotzdem fallen pro Jahr etwa 70.000 € an Ausgaben an, welche hauptsächlich durch Spenden gedeckt werden müssen.

Wer für die Tafel arbeitet, tut dies, weil er überzeugt ist von der Idee "Lebensmittel retten – Menschen helfen". Die Dankbarkeit der Kundschaft ist, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert, auch in Zeiten von Corona durchzuhalten und trotz der widrigen Umstände ihre Arbeit mit einem ausgearbeiteten Hygienekonzept weiterzuführen. Vielen Dank an alle Menschen, die sich nicht schulterzuckend zurücklehnen, sondern praktisch mit anpacken!

(Text: Lea Loseries)

Schach in der Stadtgalerie (2020)

Schach1Wie viele Felder hat ein Schachbrett?
Wie sieht ein Läufer aus?
Welche Funktion hat der König?
Und wie bewegt sich denn ein Springer?

Vor solchen Fragen standen wir, die Mitglieder der AG Schulgarten und der AG Kunterbunt, als wir in der Stadtgalerie den Schachgroßmeister Sebastian Siebrecht trafen und von ihm gut gelaunt in das königliche Spiel eingeführt wurden. Nachdem wir mittels kleiner Geschichten alle Figuren kennengelernt hatten, wurde zunächst nur mit den Bauern gespielt. Ziel war es, als erster einen Bauern auf die andere Seite zu bringen, während der Gegner das verhindern wollte. Allmählich kamen immer mehr Figuren und Variationen hinzu, bis zum Schluss tatsächlich eine ganze "Ritterburg" entstand und eine komplette Partie Schach gespielt werden konnte. Sebastian Siebrecht spielte sogar gegen vier von uns gleichzeitig!

Sich zu konzentrieren, Geduld aufzubringen und zu kombinieren, hat hier richtig viel Spaß gemacht und die Zeit verging wie im Fluge. Am Ende waren wir uns alle einig: Schach ist wirklich ein faszinierendes Spiel. Ein großes Dankeschön an Sebastian Siebrecht und sein Team!

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(Text: Regina Hölscher)

Haus der Religionen und Tibet-Zentrum (2020)

RuT1In unserer multikulturellen Gesellschaft ist klar: Es gibt verschiedene Religionen. Jeder hat zwar zu der ein oder anderen Religion ein Bild vor Augen. Doch was ist eigentlich die Bahai-Religion? Um über diese und andere Religionen mehr in Erfahrung zu bringen, haben der 13er Religionskurs von Frau Quast sowie einige Freiwillige des Werte-und-Normen-Kurses am Donnerstag, den 6. Februar 2020, einen informativen Tag in Hannover verbracht.

Unser erstes Ziel war das "Haus der Religionen": ein neutraler Raum, der keiner Weltreligion allein gehört. Dort stand die Erkundung von sechs verschiedenen Religionsgemeinschaften im Zentrum. Im "Haus der Religionen" werden die Weltreligionen so vorgestellt, wie sie im 21. Jahrhundert gelebt werden. Während wir in Kleingruppen die Religionen erarbeitet und vorgestellt haben, wurden wir von einer Religionspädagogin begleitet, die uns viele unserer Fragen beantwortete und uns motivierte, mal genauer über eine vielleicht noch fremde Religion nachzudenken. Das Haus steht dafür ein, das Friedenspotential der Religionen und Weltanschauungen zum Vorteil der Gesellschaft zu entfalten.

Nach diesem komprimierten, aber aufschlussreichen Überblick ging es weiter zum Tibet-Zentrum. Als wir in der Straße ankamen, fiel uns auf, dass schräg gegenüber des Tibet-Zentrums die Scientologen ihren Sitz haben. Daneben haben auch Bündnis 90/Die Grünen sowie die SPD und auch Drobs einen Standort. Mithin eine vielfältige Ansammlung in einer Straße!

Schon im Flur des Tibet-Zentrums hingen bunte Tücher. Die Räumlichkeiten hatten zwar etwas Fremdes, aber auch Heimliches und Gemütliches an sich. Wir wurden mit einem leckeren vegetarischen Mittagessen empfangen und haben mit einer Nonne zusammen gegessen, die uns nach einer kleinen Einführung in das Zentrum die Geschichte von Buddha und dem Buddhismus erzählte. Zudem gab es ein kleines Atelier, in dem eine Frau Bilder und kleine Plastiken von buddhistischen Göttern kreierte. Nach einer geführten Meditation war der spannende und aufschlussreiche Tag vorbei und jeder ging seines Weges.

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Übrigens: Die Nonne hat uns – gerade weil wir Schüler sind – die Meditation ans Herz gelegt, da man mit ihrer Hilfe seine Konzentration und Aufnahmefähigkeit steigern kann. Also bei Schulstress oder beim Lernen für Klassenarbeiten und Klausuren einfach mal durchatmen und eine kleine Meditation in Betracht ziehen ...

(Text: Leocardia Kalmbach)

Gedenkstätte Bergen-Belsen (2019)

Bergen Belsen1Am Dienstag, dem 1. Oktober 2019, besuchte der gesamte 10. Jahrgang der IGS Hameln die Gedenkstätte Bergen-Belsen (nördlich von Celle gelegen).

Wochen zuvor hat die Klasse 10c am sog. Namensziegel-Projekt, das in Kooperation mit dem Volksbund Kriegsgräberfürsorge e.V. stattfand, teilgenommen. Dabei wurden in der Schule Tontafeln hergestellt, um russischen Kriegsgefangenen, die anonym in Massengräbern verscharrt wurden, ihren Namen zurückzugeben. Als erstes haben wir den Ton geschnitten, so dass jede/r aus unserer Klasse eine eigene Tafel herstellen konnte. Dann musste jede/r den Ton in die richtige Form bringen. Dazu haben wir ein Nudelholz verwendet. Schließlich – als die Tontafeln fertig waren – haben wir noch die Namen und Daten der russischen Kriegsgefangenen, die im Konzentrationslager (KZ) gestorben sind, auf die Tontafeln geschrieben. Die Namen und Daten konnten wir über alte Dokumente des KZ Bergen-Belsen herausfinden.

Als wir in Bergen-Belsen bei regnerischem Wetter ankamen, haben wir uns zunächst die Gedenkstätte, welche auch gleichzeitig ein jüdischer Friedhof ist, angeschaut und einiges über den damaligen Ablauf im KZ erfahren. Wir konnten sogar den Gedenkstein von Margot und Anne Frank sehen. Außerdem bekamen wir im Dokumentationszentrum anhand von Fotos und Interviews von ehemaligen Insassen einen Einblick in das grausame Geschehen in Bergen-Belsen.

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Anschließend fuhren wir zum Soldatenfriedhof der russischen Kriegsgefangen, welcher nicht weit von der Gedenkstätte Bergen-Belsen entfernt liegt. Dort wurden wir von einem ehrenamtlich engagierten Guide, nämlich Frau von Meding, herumgeführt. Zum Abschluss legten wir unsere Tontafeln bei einer Zeremonie nieder und gedachten still der toten russischen Soldaten.

(Text: Philip Böhm, Max-Anton Daume, Laura Klemm und Adanna Onuorah)

Sprengel-Museum (2018)

ladilaNachklänge zum Projekttag "Kunst und Musik im Nationalsozialismus": Am Mittwoch machte sich der Deutsch-E-Kurs von Herrn Horlitz auf nach Hannover ins Sprengel-Museum, um die Werke der behandelten Künstler live und in Farbe kennenzulernen. Hier befindet sich eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Deutschlands.

Abstraktion, schreiende Farben, neue Blicke auf die Welt – unsere Museumspädagoginnen Celine und Theresia öffneten uns die Augen dafür, mit welchen Techniken Künstler im frühen 20. Jahrhundert experimentierten und welche neuen Möglichkeiten künstlerischen Schaffens sich daraus ergaben. Dass Individualität, freier Ausdruck oder auch die Darstellungen von Albtraum, Leid und Schrecken den Nazis nicht in den Kram passten, wurde einmal mehr deutlich. Künstler wurden ermordet, ins Exil getrieben oder anderweitig mundtot gemacht.

Wir liefen auf den Spuren großer Künstler wie Pablo Picasso, Otto Dix, Emil Nolde und Max Ernst, skizzierten und stellten unseren Mitschülern die Werke in einer Art kunstgeschichtlichen Science Slam vor. Da hängt sie einfach, die große Kunst – dass man für die "Trois femmes" von Picasso schlappe 60 Millionen Euro hinblättern müsste, fand der eine oder andere doch ziemlich beeindruckend. Wir machten es uns auf dem Boden bequem, skizzierten, überlegten und schauten sehr genau hin. Nach unserer Rallye hatten wir Zeit, uns selbst ein wenig künstlerisch auszutoben, und experimentierten in der Werkstatt des Sprengel-Museums mit den Inspirationen, die wir aus der Ausstellung mitgenommen hatten. Wüste Farben, spontaner Ausdruck, wildes Gepinsel.

Abschließend besuchten wir noch die Sonderausstellung der Wiener Künstlerin Florentina Pakosta, deren vielfältiges Werk – riesige, meisterhafte Portraits, Farbkompositionen und hinreißend komisch-absurde Drucke – bei uns ebenso vielfältige Reaktionen zwischen Lachen, Staunen und Erschütterung hervorrief.

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Liederfest „Klasse! Wir singen!" (2018)

Klasse wir singen 1Am Sonntag, den 22. April 2018, war es endlich so weit! Um 8:15 Uhr trafen sich die Schülerinnen und Schüler des fünften Jahrganges, um mit ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern nach Hannover zum Liederfest "Klasse! Wir singen!" zu fahren. Bei herrlichem Sonnenschein und voller Vorfreude auf die bevorstehenden Ereignisse startete der Jahrgang mit einheitlich weißen T-Shirts gekleidet in den Tag. Mit einem Lied auf den Lippen verging die Busfahrt nach Hannover wie im Flug.

Unter der Leitung von Herrn Münden sangen 4.500 Schülerinnen und Schüler aus der Region Hannover in der TUI-Arena Lieder, die sie im Musikunterricht einstudiert hatten. Das Portfolio reichte von über 700 Jahre alten Volksliedern bis zu zeitgenössischen Songs, die die Schülerinnen und Schüler gemeinsam vortrugen. Neben dieser bunten Liedervielfalt sorgten die einstudierten Choreographien für ein abwechslungsreiches und stimmungsvolles Programm, welches nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die zahlreich angereisten Eltern begeisterte. Bei vielen hinterließ nicht nur das gemeinsame Singen, sondern auch die engagierte Band einen nachhaltigen Eindruck, so dass die eineinhalbstündige Veranstaltung sehr kurzweilig für alle Beteiligten verlief. Mit all diesen Eindrücken im Herzen ging es auf die Rückfahrt nach Hameln.

Ein ganz besonderer Dank für diesen erlebnisreichen Tag gilt unserer Musiklehrerin Frau Knuth. Sie studierte nicht nur über mehrere Wochen die Lieder und Choreographien mit den Klassen des 5. Jahrgangs ein, sondern organisierte auch die Tagesfahrt nach Hannover. Ohne ihr Engagement wäre ein so beeindruckender Tag für alle Beteiligten nicht möglich gewesen. Nochmals vielen Dank!