12,5,-23,30,0
10,10,10,1,3000,5000,200,5000
90,150,0,50,12,30,50,0,70,12,0,50,0,0,0,5
Powered By Creative Image Slider
Anmeldung MS OS
Coronavirus

Virtuelles Kammerkonzert

zakotnik klasseWas Komponieren im 20. Jahrhundert bedeuten kann, hatte der 13er-Musikkurs in den letzten Wochen erarbeitet. Wie wurde Musik geschaffen? Welche revolutionären Ideen taten sich auf? Wie wurde in Emigration oder unter repressiven politischen Systemen wie Faschismus und Stalinismus komponiert? Wie klingt Musik, die jemand schreibt, der nur darauf wartet, vom Geheimdienst abgeholt zu werden? Oder der in einer von den Nazis belagerten Stadt arbeitet – Musik schreiben, während gehungert, gelitten und gestorben wird. Das alles findet sich in dem Werk des sowjetischen Komponisten Dmitrij Schostakowitsch (1905  1975).

Schostakowitsch hat uns in den letzten Wochen intensiv beschäftigt. Gerne hätten wir ein Orchester seine Werke spielen sehen. Freilich: Trübe Zeiten für Live-Musik. Aber wir haben uns etwas Anderes ausgedacht. Die Cello-Virtuosin Katja Zakotnik ist nicht nur eine begnadete Künstlerin, sondern auch eine fröhliche, neugierige, aufgeschlossene Person, die mit Freude und Leidenschaft über Musik sprechen kann. Herr Horlitz hatte gefragt, ob sie Lust hätte, für uns ein virtuelles Gesprächskonzert zu spielen, und sie war sofort dabei. Wir haben sie per Zoom und YouTube live ins Kurszimmer geschaltet, wo sie uns die Geheimnisse des Cellos verriet. Zusammen mit der brasilianischen Pianistin Naila Alvarenga, ihrer langjährigen Partnerin am Klavier, spielte sie für uns die Cellosonate d-Moll op. 40 von Schostakowitsch. Katja ließ das Cello singen, weinen, krächzen, grimmig lachen und dann wieder in ergreifenden sehnsüchtigen Melodiebögen strömen. Dazwischen erklärte sie voller Begeisterung, was eigentlich diese Musik ausmacht, wie Schostakowitsch die klanglichen Möglichkeiten des Cellos ausnutzt und wie viele verschiedene Stimmungen er in seiner Musik festhält.

An das Konzert schloss sich eine Gesprächsrunde an, in der wir nach Lust und Laune fragen konnten: Wie wird man eigentlich Cellistin? Wie viel muss man üben? Was machen klassische Musiker eigentlich während der Corona-Pandemie? Was macht Musik eigentlich "gut"? Was ist das Geheimnis klassischer Musik? Auf die letzte Frage haben wir keine Antwort in Worten, aber in Tönen bekommen. Danke für diese besondere Stunde!!!

(Text, Foto und Video: Stefan Horlitz)