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IGS-Band im Bürgergarten

Erstmals hat sich die IGS-Band aus dem Schulkontext herausgetraut. Nach dem erfolgreichen Auftritt bei der SAM-Gala war die Band, die immer noch den ebenso vorläufigen wie kontroversen Namen "Luzie & ihr explodierendes Universum" trägt, spontan vom DGB Hameln als Hauptact für die Kundgebung zum 1. Mai engagiert worden. 

Dass die Band mittlerweile eine mittelgroße bis an die Zähne mit Instrumenten bewaffnete Musikarmee ist (drei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Percussion, Klavier, Saxophon, Flöte, Geige und Gesang), hat Profi-Tontechniker Thomas nicht aus dem Konzept gebracht. Trotz des kalten Wetters war die Veranstaltung sehr gut besucht und sorgte beim Publikum nicht nur temperaturbedingt für Gänsehaut.

Das umfangreiche Repertoire aus neuen und alten Rock-, Pop- und Soulklassikern reicht inzwischen locker für ein bis zwei komplette Konzerte. Mittlerweile jahrelange Erfahrung sorgte für flüssiges Live-Spiel und gute Intuition. Höhepunkte waren mit Sicherheit Jan Prachts kraftvolle und melodische Gitarrensoli, Yannick Fischers donnernder Bass - Neuzugang Jonas (12[sic!]) an den Drums bewies Energie und Rhythmusgefühl. Vergenmarie - eigentlich eine Jazzerin - gab den Songs funkige Akzente und schwang sich insbesondere in einer Version von Gerry Raffertys "Baker Street" zu virtuosen Soli auf. Sina und Lea ergänzen den Sound mit Flöte und Geige zu einem richtigen Kammerorchester. Das alles zusammengehalten von Luzies nuancierter Stimme, die ein Spektrum von zartesten Tönen bis zur Rockröhre beherrscht. Passend zum 1. Mai verpasste die Band einem alten politischen Arbeiterlied von Brecht und Eisler ein modernes Klanggewand und rührte damit den einen oder anderen Gewerkschafter zu einem kämpferischen Tränchen. Überraschungsgast Maik Stahlhut übernahm in sorgfältig geplanter Spontaneität drei Songs lang die Drumsticks. Eine furiose Version von Ben E. Kings "Stand by me" beendete das Set und machte einem "Zugabe!" rufenden Sprechchor Raum. 

Wie ihr wollt - demnächst bestimmt mal wieder auf einer Bühne in Hameln und Umgebung. 

Fotos: Simon Adams, 11a